In den Büchern, die ich gelesen habe, bin ich immer wieder auf diese beiden Begriffe gestoßen.
Mit Old School ist der Anfang der Entwicklung der Jugendkultur Hip Hop in Deutschland gemeint. Mit Old Schoolern, sind die Leute gemeint, die eben von Anfang an dabei waren. Die Leute, die sich alles noch irgendwie selbst beigebracht haben, weil sie ja nur die Filme kannten und sonst keinerlei Anhaltspunkte hatten, geschweige denn jemanden kannten, den sie hätten fragen können. Mason z. B. ging sein erstes illegales Tag malen, begann mit der Outline1 und kam am nächsten Tag wieder und füllte die Flächen aus. (Der Kenner weiß, dass die Outlines eigentlich erst ganz zum Schluss gemalt werden). Es sind die Leute die die Pionierarbeit geleistet haben. Ihnen waren die Hintergründe des Hip Hop klar. Die Hintergründe, die man wissen muss um wirklichen Durchblick im Hip Hop zu haben. Sie haben Hip Hop nicht nur zum Spaß gemacht, da steckte viel mehr dahinter. Sie mussten noch wirklich dafür kämpfen, gegen Fakes, gegen Mainstream und gerade gegen die eigenen Eltern, die sich etwas „besseres“ für ihr Kind vorgestellt hatten. Die Old Schooler sind die Leute die Hip Hop groß gezogen haben. Sie sind die ersten Risiken für Hip Hop eingegangen, haben den unsicheren Weg genommen und für alle Nachkommenden geebnet. Nach dem ersten großen Hip Hop Hype blieben die Old Schooler, dabei begann Hip Hop wirklich zu leben. Mit der Wahl eines Künstlernamens ließ man sein vorheriges Leben hinter sich, es war egal, was man vorher war, jetzt war man Hip Hop fertig. Damals war Hip Hop Berufung, Heute ist es Beruf.
Die Jams, dass Rumziehen von Stadt zu Stadt, dieses Gemeinschaftsgefühl, all das gehörte zu der Old School. Die Old Schooler1 waren die ersten und probierten noch alles aus. Sie waren noch auf der Suche nach dem Richtigen und nicht zu scheu, alles auszuprobieren. Man zog Shorts an, darüber einen langen Mantel, zwei Hüte, mega fette Brillen und die unmöglichen Golfschuhe vom Opa an. So ging man dann auf die Straße. Man wollte provozieren, auffallen, etwas Besonderes sein.
Viele Old Schooler zogen sich, als die jüngeren dazu kamen, die nicht mehr genau wussten, worum es eigentlich ging, zurück. Die New School zeigte kein wirkliches Interesse mehr an der eigentlichen Geschichte des Hip Hop, jedenfalls ist das bei den meisten so. Die New School zieht nicht mehr durch die Gegend, sie sind sesshaft geworden, bequem. Für sie ist Hip Hop mehr Spaß als irgendetwas anderes. Sie sehen den Ernst der Old Schooler nicht. Sie waren noch zu klein, als dass sie auch nur den Hauch einer Chance hatten, die Anfänge mitzuerleben. Sie sind in die Kultur hineingeboren geworden und mussten sie nicht gegen ihre Eltern durchsetzen. Man wurde sogar von den eigenen Eltern zu den letzten Jams gefahren. In der New School hat man zum einen Hip Hop, aber das war nicht das Einzige. Du hast schließlich auch noch ein Leben, davor und danach.
In einem sind sich Old wie New School einig. Hip Hop ist ein Lebensgefühl und das ist überall gleich!