Battle und Freestyle

Battles sind Kämpfe ohne Gewalt, die im Hip Hop ausgetragen werden und das in den drei verschiedenen Kategorien, Rap, Breakdance und Graffiti. Beim Battle geht es um Ehre und Respekt. Wer die Battle gewinnt ist nun mal die Nummer eins, aber nur solange er nicht gegen jemand anderen verliert. In der Battle sind alle gleich und jeder hat dieselben Chancen. Wer einmal gewonnen hat kann sich für den Moment freuen, ab er kann sicher sein bald wieder heraus gefordert zu werden und da muss er sich wieder ganz neu behaupten. Natürlich bekommt derjenige, der oft eine Battle gewonnen hat mehr Respekt. Man überlegt sich dann schon zweimal ob man ihn wirklich zu einer Battle heraus fordern soll, aber tut man es dann doch zählt einzig und allein der Moment und nicht wer wie viele Battles schon gewonnen hat.

Battles gewinnt man, wenn man beim Breakdance z. B. die meiste Ausdauer hat, die besten Moves zeigt oder etwas auf Lager hat, wo einfach Niemand anderes mithalten kann, beim Graffiti wenn man das schönste Tag gemalt hat oder den besten Platz dafür gefunden hat. Beim Rap ist das etwas anderes, hier kann man nur eine Battle gewinnen, wen man sich in der Disziplin Freestyle auskennt. Nur die Rapper, die Freestyles können, bekommen auch Respekt. Die Faszination an Rap, wurde damals durch den Freestyle ausgelöst. Es gibt Leute, die zu Hip Hop gekommen sind, weil sie im Park spazieren gegangen sind und plötzlich selbst Teil eines Freestyles wurden, weil ein paar Junges gerade rappten und sie an ihnen vorbei gingen. Beim Freestyle sind Spontaneität und Improvisation gefragt. Man kann sich nicht auf die Bühne stellen und einen vorgefertigten Satz loslassen. Gerade nicht, wenn man mitten in einer Battle steckt. Da beleidigt man sich gegenseitig, macht den anderen vor seinem Publikum schlecht und preist seine Fähigkeiten, die der Breaker oder DJ´ s an, da hat man keine Zeit lange zu überlegen was man jetzt am besten sagt, das muss wie aus dem Ärmel geschüttelt kommen. Ganz spontan und ohne lange nachzudenken.

Auf den Jams der Old School reagierten die Leute mehr auf Freestyles. Die vorgefertigten Texten wurden schnell langweilig und auch die DJ´ s 2 hatten alle Mühe die richtigen Beats aufzulegen und sich gleichzeitig noch um das Publikum zu kümmern, es zu unterhalten. Die DJ´ s brauchten also jemanden, der das Publikum bei Laune hielt und so kamen die MC´ s 3 hinzu, deren Aufgabe es ist, die Leute auf der Tanzfläche zu halten oder wenigsten dazu zubringen, dass das Interesse nicht verflog. Sie lobten die Fähigkeiten der DJ´ s oder Tänzer, sie erzählten Geschichten oder Witze, sie dienten einfach der Unterhaltung des Publikums. Ab dieser Zeit heißt MC ing was vorher eher etwas wie Rap war. Es ist eigentlich das gleiche. Jeder Rapper kann freestylen und jeder MC kann rappen. Die MC´ s sind aber eher die Leute, die wirklich gut freestylen können und das Publikum auf die Fähigkeiten der Breakdancer und Dj´ s aufmerksam machen. Die Rapper haben ihre Texte meist schon vorher geschrieben und präsentieren ein komplettes Programm auf der Bühne.

Man muss die Leute dazu bringen, einem zuzuhören. Hier zählt dann nicht, wieviele versteckte Reime vorkommen, wieviele Metaphern man verwendet hat oder wie schnell man doch bestimmte Fremdwörter in seinen Freestyle einbauen kann. All dass nütz gar nichts, wenn die Leute dich nicht verstehen. So bleibt die Entwicklung aber auch nicht stehen, denn man muss sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Sachen auf die das Publikum gestern noch mit tosendem Beifall reagiert hat, sind heute schon wieder langweilig und was soll man dann erst morgen machen? Es muss also laufend etwas Neues und noch nie, in der Form, da gewesenes her. Das ist es, was Hip Hop immer noch interessant macht!