Die Sklaverei ist nicht nur ein wichtiges geschichtliches Ereignis für die afroamerikanische Kultur, sondern bildet den Zusammenhang zwischen dem afrikanischen Tanz und Hip Hop.
Die Portugiesen begannen Anfang des 15. Jh. mit dem Sklavenhandel, indem sie afrikanische Menschen, meist mit Hilfe afrikanischer Stammeshäuptlinge, gefangen nahmen und auf Schiffen nach Europa transportierten, um sie dort als Leibeigene zu verkaufen. Da die Sklaverei ein lukratives Geschäft war, zogen die Spanier, die Engländer und natürlich auch die Amerikaner schnell nach.
Auch der Senegal war betroffen von der Sklaverei, denn seine Küste, mit den großen Hafenstädten, bot den Händlern, gute Anlegemöglichkeiten, auch mit großen Schiffen. Um die vor Dakar (Hauptstadt des Senegals) liegende Insel Gorée entbrannte bald ein heißer Kampf, denn jeder wollte die so praktisch gelegene Insel für seine Geschäfte nutzen. 1677 sicherten sich die Franzosen Gorée und schnell trug sie den Beinamen „Sklaveninsel“. Sie war nun der Mittelpunkt des Sklavenhandels in Westafrika. Von ihr wurden die Sklaven, die man gegen Gold, Stoffe und andere Reichtümer tauschte, nach Amerika und Europa verschifft. Auch St.- Louis war eine Anlaufstelle für Sklavenhändler, die nur zu gerne wahrgenommen wurde.
Zwischen dem 17. - und 19. Jh. wurden mehr als 12 Millionen Sklaven von Afrika nach Amerika verschifft und das ist nur die Zahl derer, die in Amerika lebend ankamen. Die Bedingungen auf den Schiffen waren unmenschlich und die Methoden der Aufseher brutal und ekelhaft. Tausende Sklaven kamen, nachdem sie wie ein Gegenstand getauscht wurden, gar nicht lebend in Amerika an.
Trotz dieser entsetzlichen Umstände verloren sie nicht ihren Lebensmut, sondern kämpften gegen ihre Verzweifelung und ihren Ärger an. Nach der Arbeit trafen sie sich und sangen und tanzten zusammen. Sie waren zwar in einem fremden Land, aber ihre Kultur war ihnen deshalb noch nicht fremd geworden. Vielleicht kann man sogar sagen, dass der Bezug zu ihrer Kultur sie die Demütigung der Gefangenschaft überleben ließ.
Als 1865 die Sklaverei in Amerika offiziell abgeschafft wurde, hatten sich amerikanische- und afrikanische Kultur schon so miteinander vermischt, dass eine weitere Kultur die afroamerikanische Kultur daraus entstand.
Die afrikanischen Tänze, die Rhythmen, die Lieder, all diese Dinge, die ihre Wurzeln in Afrika haben, haben sich während ihrer Zeit in Amerika weiter entwickelt. Sie sind moderner, schneller und vielleicht ein wenig aufregender geworden, genau wie das Leben der Afrikaner in Amerika. Der Tanz drückt eben immer genau das aus, was die Tänzer fühlen. Beim afrikanischen Tanz genau so wie beim Hip Hop.
Das Resultat ist das, was heute Hip Hop ist!