Ich war in meiner Zeit in Afrika zu einer Taufe eingeladen. Das Fest fand etwas außerhalb der Stadt statt und so hatte man einen kleinen Platz mit zwei großen Schattenplätzen. Unter dem einen Schattenplatz, saßen die älteren Frauen und unter dem anderen, waren Boxen aufgebaut und es saßen einige Jugendliche und viele Kinder dort. Eine Gruppe Griots war eingeladen worden, die trommeln sollten. Als die Trommler sich aufstellten, bekam ich einen Stuhl, bei dem Kreis der Frauen angeboten und setzte mich. Die Trommler begannen zu trommeln und keine zwei Minuten später gab es einige Frauen die tanzten. Bei so einem Fest gibt es niemanden, der einfach nur dasitzt und passiv zuschaut. Jeder ist aktiv und wenn er nicht tanzt, dann klatscht er den Rhythmus mit oder spornt die anderen Tänzer durch Lob oder Kritik dazu an noch besser zu tanzen. Die Frauen wechselten sich immer wieder ab und wenn kurz nicht getanzt wurde, spornte der Trommler die Frauen sofort wieder an, doch zu tanzen und nicht so langweilig zuzusehen. Er schaffte es immer eine der Frauen zu überreden.
Nach einiger Zeit löste sich der Kreis plötzlich auf und jeder drehte sich zu einer Frau um, die in Begleitung von zwei gleichaltrigen Frauen über den Sand in Richtung des Kreises ging. Die Frau hatte ein schönes Kleid aus edlem Stoff an, eine extra zu recht gemachte Frisur und sie war nach afrikanischen Verhältnissen geschminkt. Ich fand, man hatte sie bis zur Unkenntlichkeit angemalt, aber in Afrika lässt man sich für besondere Anlässe extra schminken und das sehr übertrieben. Die Afrikanerinnen und Afrikaner mögen es jedenfalls sehr und jeder beneidet so geschminkte Leute, weil sie, während sie geschminkt sind etwas Besonderes sind.
Die Frau schritt mit ihren Begleiterinnen durch den Kreis in ihr Haus. Die Griots trommelten für sie und einer von ihnen begleitete sie mit in ihr Zimmer, um ihr eine Lobesrede zu halten. In ihrem Zimmer auf ihrem Bett lag ein kleines Baby, aber ob es das Kind war, was getauft wurde, weiß ich bis heute nicht. Im Senegal wird bei der Taufe des Kindes nicht das Kind bewundert und beschenkt, sondern die Mutter.